Wilder Punkt in Dassensen

Schiedsrichter: Gerd Meiritz
Damen drehen 0:2-Halbzeitrückstand und holen ein 2:2
Spielbericht vom 28. April 2026
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Sieben Monate nach der bitteren 2:3-Heimniederlage zum Saisonauftakt war die Ausgangslage am Sonntagvormittag in Dassensen klar: Es ging um Wiedergutmachung. Was unsere Damen daraus machten, war eine Partie der zwei Gesichter – und am Ende ein Punkt, der sich gleichzeitig nach zu wenig und nach Erleichterung anfühlte.
Der Start in die Begegnung verlief denkbar ungünstig. Schon in der 6. Minute brachte Jasmin Al Jaam die Gastgeberinnen mit 1:0 in Führung. Unser FC fand in Halbzeit eins kaum Zugriff: zu hektisch im Ballbesitz, zu große Lücken im Mittelfeldzentrum. Dassensen nutzte die Räume konsequent, und erhöhte in der 30. Minute durch Madlen Schöll auf 2:0. Bezeichnend: Trotz des klaren Spielverlaufs hätten unsere Damen vor der Pause selbst das eine oder andere Mal zuschlagen können – die Konsequenz im letzten Drittel fehlte aber.
Zur Halbzeit folgte ein Wechsel mit Signalwirkung. Paula Ahrens rückte aus dem Tor ins Feld, Neuzugang Amelie Gädicke übernahm den Posten zwischen den Pfosten. Beide Entscheidungen sollten sich auszahlen. Paula brachte mit ihrer Dynamik und Schnelligkeit permanente Gefahr in die vorderste Reihe, Amelie löste ihre Aufgabe im Tor abgeklärt. Hinzu kam: Die Abstände im Spiel mit und gegen den Ball stimmten nun, das Verhalten gegen den zweiten Ball war griffiger, das ständige Hinterherlaufen war vorbei.
Der Anschluss kam folgerichtig in der 50. Minute. Amelie schnappte sich den Ball und machte das Spiel mit einem Abwurf auf Linda Ahrens schnell, Linda drehte auf, maschierte los und schickte Paula mit einem druckvollen Pass auf die Reise. Im Strafraum setzte sich Paula dann durch und drückte den Ball mit dem Außenrist von rechts an den linken Innenpfosten – 2:1. Nur dreizehn Minuten später war die Partie wieder komplett offen: Paula erlief in der 63. Minute einen Querpass, ließ die letzte Verteidigerin stehen und blieb im Eins-gegen-eins gegen die herauseilende Torhüterin eiskalt – 2:2.
Über die zweite Halbzeit verteilt boten sich unseren Damen mehrere Möglichkeiten zur Führung. Ein Freistoß von Lisa Sohnemann fand Cheyenne Unger am zweiten Pfosten, ein Treffer von Cheyenne nach identischem Muster zählte wegen Abseits nicht, Paula hatte ihren dritten Treffer ebenfalls auf dem Fuß. Eine scharfe Hereingabe von Cheyenne von der rechten Seite verpasste Linda nur knapp. In der letzten Minute dann der vielleicht beste Moment des Tages: Cheyenne spielte aus der Drehung einen perfekten Diagonalball flach über rund 30 Meter in den Lauf von Linda, die zog mit Gegnerdruck in den Strafraum und zielte aufs lange Eck – der Abschluss strich aber knapp am Pfosten vorbei. Hinzu kommen weitere ordentliche bis gute Abschlussmöglichkeiten, die aber nicht konsequent abgeschlossen wurden. Dass Dassensen in Halbzeit zwei ebenfalls die eine oder andere Gelegenheit hatte, gehört zur Wahrheit dazu. Der Abwehrverbund und Amelie im Tor entschärften aber alles, was auf sie zu kam.
Die Bewertung der Partie fällt zwiespältig aus. Nach dem 0:2 zur Pause muss man mit dem Punkt am Ende leben können, vor allem mit Blick auf die Art und Weise, wie diese erste Halbzeit ablief. Die zweite Halbzeit aber – Spielanlage, Chancenflut, Mentalität – war ein deutliches Brett und Beleg dafür, was in dieser Mannschaft steckt, sobald die Abstände passen und das Tempo stimmt. Über 80 Minuten gerechnet wäre der Sieg nicht unverdient gewesen. So bleibt das Gefühl, zwei Punkte liegen gelassen zu haben – und gleichzeitig die Erleichterung, das Spiel nach dem Pausenstand überhaupt noch geöffnet zu haben.
Damit nehmen unsere Damen einen wichtigen Zähler aus Dassensen mit und revanchieren sich zumindest punktetechnisch ein bisschen für die spiegelverkehrte Niederlage aus dem September. Weiter geht es bereits am kommenden Sonntag den 3. Mai: Um 15:00 Uhr sind unsere Damen beim VfB Uslar zu Gast – jenem Gegner, gegen den der bislang einzige Saisonsieg gelang.


